Formosa – Sorry for being sexy

Band: Formosa
Internet: Facebook Formosa
VÖ: 03.02.2018
Punkte: 8/10

Hey Ho, da ist er, der neue Tonträger der Essener Band “FORMOSA”, die wir in unserer letzten Sendung näher vorgestellt haben.
Sexy since 2015! Die Essener Dreierkombo Formosa beweist mit ihren heißen Liveshows, dass Hard Rock auch ohne Haarspray und Lederhose extrem sexy sein kann. Mit Hooks, die selbst die Misfits in der Danzig-Ära nicht besser hinbekommen hätten und Grooves, die KISS selbst geschminkt altaussehen lassen. All das sind verdammt große Headlines, die natürlich eine hohe Erwartung in mir auslösen.
Das Debut Album “Tight & Sexy” hat mir natürlich als alter Hardrocker der 80er Jahre bereits gut gefallen. Aber ist es noch zeitgemäß? Wir hören mal in das Nachfolgealbum rein.
Der Opener “Bad Boys” erfüllt von Anfang an die Erwartung, die ich in das Album setzte. Traditioneller Hardrock, deren Gitarrenlicks stark an Great White angelegt sind. Irgendwie hab ich das Gefühl, in einer Zeitmaschine zu sitzen. Zurück gereist ins Jahr 1989, die Kutte mit den DIO Rückenaufnäher und KISS ARMY unter der wallenden Mähne und auf dem Mixtape “Manana” von Formosa auf dem Ohr. Zwischen Cinderellas “Long Cold Winter” und
The Quireboys “Hey you”. Damit ist eigentlich der Song am besten beschrieben. Der Titelsong “Sorry for being sexy” passt sich stilistisch nahtlos an und verwöhnt mit einer wunderbaren Bassline, die wirklich Spaß macht. Überhaupt macht die Produktion unglaublich viel Spass. Die Instrumentalisten erzeugen sehr viel Druck, während die Stimme roh und kräftig aus den Boxen wabert.

Mit “Fuck up your Liver” hatten wir bereits schon Bekanntschaft gemacht. Dank der starken Promoarbeit flimmerte das dazugehörige Video irgendwie überall. Ein unglaublich starker Song, der dazu animiert, die alten Halswirbel zu trainieren und das gute alte Headbangen mal wieder zu üben.
Und wie es sich gehört, darf natürlich die Powerballade nicht fehlen. Mein Gott, wie lang hab ich dieses Wort nicht mehr geschrieben…POWERBALLADE. Was soll ich dazu sagen. Für mich der bisherige Minuspunkt. “Sugar Daddy” klingt nicht gut, die Stimme von Nik Beard klingt bei diesem Song in den ruhigen Passagen etwas wackelig. Und überhaupt. Für mich ist das ein “Filler”. Dann lieber Songs wie ” Love on the Highway”, der bluesig, dreckig aus den Boxen scheppert oder “Johnny the Beaver”, der irgendwie einen hohen Erkennungswert hat…Alter…ich kenn dieses Riff….”No More Mr. Niceguy”

Natürlich kommt zum Schluss nochmal ein kleines Highlight. Mit “Never stop Rock`n`Roll” gibt es nochmal was auf die 12 und die Marschroute für das Jahr 2018.
Fazit: Blood, Sweat and Beer. Lauter, schweißtreibender Hardrock, der aus dem Jahre 1988/89 ins heutige Jahrtausend transportiert wurde.
All Killer, one Filler…die Ballade hätte man sich sparen können. Die kommt irgendwie als Lückenfüller rüber.

Für Freunde von Alice Cooper, Great White und Cinderella ein absolutes Muss. Ich persönlich bin sehr begeistert, und hoffe, dass diese Musik niemals ausstirbt.

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