Das Konzertwochenende mit Jennifer Rostock und Radio Havanna

Mein Gott, was für ein (positiver) Stress am Wochenende.
Da gewinnt erst meine herzallerliebste Frau Karten für das Jennifer Rostock Konzert in der Philipshalle (den neuen Namen mag ich nicht) und einen Tag später, ebenfalls gewonnen, Radio Havanna im The Tube.
Aber der Reihe nach. Freitag Abend los zur Philipshalle, und erst mal gestaunt, wie lange die Einlassschlange ist. Da wurde schon befürchtet, das wir uns zu den “Fußvolk” stellen müssen. War aber nicht der Fall. Karten abgeholt, 1.Welle Bändchen bekommen, Presseeingang benutzt, und siehe da, nach Ankunft keine 3 Minuten später erste Reihe….Könnte eigentlich immer so sein.
Natürlich einige bekannte Gesichter getroffen und hier und da ein klein wenig Smalltalk, bevor die Blackout Problems die Bühne betraten. Bevor wir aber zur Darbietung kommen, möchten wir erwähnen, das es echt schade ist, das Support Bands fast immer nur noch 30 min Spielzeit bekommen. Es gab mal Zeiten, da hatte die Vorband 45 min. Und das ist auch angemessen. Aber das nur am Rande. Musikalisch wurde eine anständige Rock Show geboten, die Spaß machte. Musikalisch war es eine Mischung aus klassischen Rockelementen mit ein paar Screamo und Electro Einlagen, die soweit anständig im Publikum ankamen. Zu bemängeln war ein klein wenig der Gitarrensound, der entweder zu leise war oder gänzlich ausgefallen ist. Das nahm den Druck etwas heraus. Aber ansonsten richtig gut.
Nach 30 min war das ganze durch, und es wurde erst mal ein edles Bier geholt. Muss etwas besonderes gewesen sein, denn anders kann ich mir nicht erklären, wieso 0,4 liter 5,50 ohne Pfand kosten. Vielleicht war der Schweiß von Jennifer mit inbegriffen.

Da ich bis dato nie als großer Rostock Fan bekannt war, und auch nicht gerade voller Enthusiasmus gewesen bin, hab ich mich entschieden, das ganze von der Seite aus anzuschauen, damit Plan B bei Nichtgefallen schnell greifen kann. Nämlich Bier Trinken und Rauchen gehen. Im Gegensatz zu meiner Frau Yvonne, die sich mehr als nur freute und Jennifer Rostock schon mehrfach sah. Daher war Sie mitten im Getümmel. Allerdings wurde ich recht schnell eines besseren belehrt, denn hier steckt nämlich eine 1A Rockband dahinter.
Da es sich um eine Jubiläums – Best of – Abschiedstour handelte, nämlich 10 Jahre JR, wurde auch ein Best of an Songs der letzten 10 Jahre dargeboten. Und das unglaublich lautstark, energievoll und exzessiv.
Also in aller Kürze. Das hat mächtig gewummert und hat meine bescheidene Meinung um Klassen erhöht, weil es einfach mitreisend war. Und bei 6500 Leuten in der Halle kann man sich auch mal überzeugen lassen. Nach knapp 2 Stunden Spielzeit waren wir uns sicher gewesen, das wirklich alles geboten wurde, was notwendig war.
Ein tolle Lichtshow, Pyroeffekte, Konfettikanone und eine Band in Höchstform mit perfektem Sound

Und genau das erwarteten wir auch am Folgetag. Ganz klar eine andere Kulisse. Von der großen Bühne zum kleinen Club, von wohl temperiert in eine klimatische Ausnahmezone, die ein wenig an den Dschungel von Kambodscha erinnert.
Radio Havanna hat uns zwei Karten gewinnen lassen, was wir natürlich nicht ablehnen konnten. Also ab ins The Tube. Ein bis zwei Vorglühbierchen, bevor die Hitzewelle über einen einbrach. Bevor RH ihr Set startete, hatten wir die Ehre und das Vergnügen, das Trio von GoGo Gazelle kennen zu lernen. Irgendwie kam mir der Drummer bekannt vor. Aber das Alter zollt halt manchmal Tribute. Dazu später mehr. GoGo Gazelle ist eine alternative Rockband mit Einflüssen der Hamburger Schule, Punkrock und ein bisschen Folkrock und Polka. Live ein echtes Erlebnis, weil einfach eine positive Grundeinstellung in den Saunaclub transportiert wird.
Da wurden die oben erwähnten 45 min als Supportact komplett ausgenutzt und die Hitzehölle von Kambodscha gestartet. Während einer Ansage kam dann auch endlich das Kleinhirn in Bewegung…BENZIN, eine tolle Truppe, die ich bereits mit Massendefekt gesehen habe, sind heute 2/3 GoGo Gazelle.
Toller Auftritt eines tollen Trios.

Danach war erst mal Sauerstoffzufuhr Pause, bevor es dann mit den Suhler “Radio Havanna” weiterging. Was dann kam, glich einer Naturgewalt. Fliegende Körper, Fichte in Höchstform und ca 233 % Feuchtigkeit im Laden. Machte aber nix, denn Songs wie Homophobes Arschloch, Faust Hoch, Schwarz fahren wurden frenetisch abgefeiert. Und das auch zu recht. Denn jeder einzelne, egal wie sehr sich über die Klimaverhältnisse aufgeregt wurde, zeige eine perfekte Punkrock Show. Und die Fanbase dankte es mit Stagediven, Pogo der allerbesten Sorte und schwitzende nasse Körper.
Hier mal ein Videobeweis aus der ersten Reihe…Was teilweise Lebensgefahr bedeutete..Aber wir sind die Rockzentrale…also berichten wir auch aus der Zentrale des Tornados
Kurz um..WAR GEIL!!!!